Review of the concert with “Die Freitagsakademie” baroque enseble in Bern

Siebenl Komponisten aufeinenstreich
Die Berner Freitagsakademie erschafft sich ihre eigene Oper: «Adriano in Siria».

Peter Xönig
Für ihre zwanzigste Saison hatte die Freitagsakademie einige originelle Ideen. Zu den ungewöhnlicheren gehört sicher das Projekt «Adriano in Siria». Ob das Libretto von Pietro Metastasio über den römischen Ikaiser Hadrian in Antiochia nun 30, 40 oder 54-mal vertont worden ist: Die namhaftesten Komponisten ihrer Zeit haben sich an das Werk gewagt, darunter Grössen wie Baldassare Galuppi, Giovanni Battista pergolesi oder der jüngste Bach-Sohn Johann Christian. Aus Teilen ihrer verschiedenen «Adriano»-Opern hat die Freitagsakademie nun ein Pasticcio zusammengestellt,. das seinesgleichen sucht, vergleichbar allenfalls mit der «Messa per Rossini», die Beiträge eines Dutzends I komponisten enthält. Der Berner «Adriano» ist so noch nie aufgeführt worden und daher einmalig. Fast beängstigender Furor Beibehalten hat man die dreiaktige Grundstruktur der Opera Seria; darin werden mehrere Ouvertüren mit Arien aller Protagonisten zu einem neuen Ganzen gefügt. Die insgesamt sechs Figuren des «Adriano»-Librettos werden von ein und derselben Sängerin verkörpert. Dabei erwies sich die Italienerin Pamela Lucciarini als wahrer Glücksgriff: Ihr expansiver, vibratoarmer, drei Oktaven mühelos umspannender Mezzosopran
ist ftir das Repertoire des 18. Jahrhunderts wie geschaffen. Beeindruckend,
wie die Sängerin sich von Rolle zu Rolle wandelte. Die zunehmende Intensität ihres Vortrags gipfelte in der grossen Arie des Adriano (aus der Version von Giovanni Battista Fernandini), wo der Furor der Sängerin fast beängstigende Züge annahm; mit Recht wurde die partie als Zugabe wiederholt. Lacher für den Kommentator Gut war auch die Idee, einen Schauspieler mit dem Vortrag erläuternder Texte zu betrauen. Marcus Signer verlas Jürgen Theobaldys ironisch aufgeladene Handlung derart ernsthaft, dass die Lacher nicht ausbleiben konnten. Viel durchsichtiger wurde das komplexe Geschehen dadurch zwar nicht, aber immerhin entstand ein roter Faden durch das «Best of» der sieben lkomponisten. Emirena, Osroa oder Farnaspe wurden so zu neuem Leben erweckt, und ihre Schöpfer Vernacini, de Majo oder Ristoni kamen zu neuen Ehren. Und bei alledem darfdie Leistung der Musikerinnen und Musiker der Freitagsakademie nicht vergessen gehen: Spielund Einsatzfreude, gepaart mit technischer Brillanz, ergaben den bekannt transparenten und, ja: «originalen» Klang, für den diese Formation zu Recht geschätzt wird.”

http://www.freitagsakademie.com/3.konzert.html

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